Empfehlung: Brotbackbuch „Brot backen in Perfektion mit Hefe“ von Lutz Geissler

Werbung, unbeauftragt // In meinem bisher recht kurzen Leben hatte ich bis vor zwei Monaten noch nicht viel Brot gebacken. Allgemein gebacken habe ich schon, aber wenn, dann Kuchen, Plätzchen, Cakepops, Torten, Tartes, Donuts oder Muffins.
Das höchste der Gefühle in Richtung Brotfamilie waren bisher Brötchen nach Onlinerezept, die in der Küchenmaschine gemischt wurden. Die Racker waren die ersten beiden Versuche auch ganz lecker – beim dritten Mal ist mir dann aber endlich der viel zu starke Hefegeschmack aufgefallen und hat mich so abgeschreckt, dass ich sie seitdem nicht mehr machen mochte. Vor allem, weil ich Brot auch gerne mal mit nur ein bisschen Margarine und Salz esse, muss es einfach passen.

Als im August meine liebste Schwester Nele zum Mamaurlaub eine Woche zu Besuch war, sind wir zusammen in der nächsten Buchhandlung auf die beiden recht neuen Bücher von Lutz Geissler gestoßen und haben je eins mitgenommen; meine Wahl fiel dabei auf die Hefe-Version (die Sauerteig-Variante folgt irgendwann auf jeden Fall auch noch).

Wir waren so gespannt, ob dieses sehr erklärungsreiche Buch wirklich endlich mal leckere selbstgebackene Brote hervorbringen kann – solche, die nicht beim Schneiden direkt komplett zerbröseln oder den Eindruck erwecken, eine Karriere als stumpfe Waffe anstreben zu wollen – und sind noch schnell zum Supermarkt gedüst. Mit ein paar Kilo 550er Weizenmehl, 1050er Roggenmehl und ein bisschen Hefe im Kofferraum sind wir dann nach Hause und haben völlig außer uns unser erstes Baby, äh, unseren ersten Teigling angesetzt.

Ungefähr 28 Stunden später saßen wir dann und probierten und feierten ein Mischbrot, das wirklich, wirklich geschmeckt hat. Wie frisch vom Bäcker, mit einer zarten, knusprigen Kruste und saftigem Inneren. Hmmmm.

Ich habe mittlerweile von Mischbrot über Vollkorn-, Körner-, Rosinen- und Wurzelbrot zehn verschiedene Rezepte durch und wurde nicht ein einziges Mal enttäuscht. Ich backe ca. 2-3 Brote die Woche, je nachdem, ob wir viel Besuch bekommen oder viel unterwegs sind und hab die bisherigen zehn Rezepte je schon viele Male wiederholt – solange ich mich an die Anleitungen, Erklärungen und Tipps des Autors halte, geht nichts schief. Nada.

Das Beste? Obwohl das die Hefe-Version ist, wird nur eine minimale Menge an Hefe benutzt – meistens zwischen 0,4 und 0,7 Gramm, je nach Brot. Dafür gibt es im Einband eine Größenskala (denn wessen Waage kann schon 0,4g Hefe abmessen?) – man rollt ein bisschen Hefe zu einer möglichst perfekten Kugel, gleicht sie mit dem Größenkreis im Einband ab und passt die Menge so lange an, bis der Durchmesser der beiden gleich ist. Es schmeckt also wirklich nach köstlichem Brot und nicht einfach nur nach Hefe!

Das Wichtigste, das man für so ein perfektes Brot braucht, ist Zeit. So ein Brot ist nicht mal eben in zwei Stunden fertig. Vom Ansetzen des Teigs bis zum vollständig ausgekühlten Brotlaib dauert es ca. 27 Stunden: 24 Stunden geht der Teig (alle 8 Stunden wird er aufgezogen), dann wird der Teig gefaltet und geformt, dann ruht er wieder eine Stunde und wird dann für meistens ca. 45-50 Minuten sehr heiß gebacken. Eine Stunde kühlt er anschließend noch aus, bis er innerhalb von ein paar Stunden von der ganzen Familie aufgefuttert werden kann /weil er wirklich so lecker ist!).
Man muss also schon vorher planen, wann man einen Teig ansetzt, um dann-und-dann ein fertiges Brot zu haben – und nebenbei die Zeit bedenken, in der man schläft und den Teig deshalb nicht aufziehen kann.

„Gut Ding will Weile haben.“

Dieses Sprichwort ist bei Brot, das nicht „von der Stange“ kommt, also wirklich sehr passend. Es klingt nach viel Arbeit, aber mit ein bisschen Routine ist es wirklich kein Aufwand, da der Teig die meiste Zeit einfach ruht und es eher eine Frage des Timings ist statt des Zeithabens ist. Für Nele, die seitdem genauso im Brotbackfieber ist, und mich ist es das allemal wert. Unsere Familien wollen kein anderes Brot mehr essen und fragen, wenn mal wenig Zeit war, wann endlich wieder ein Brot gebacken wird.

Weshalb also dieser Blogpost?
Heute denkt man schnell bei Empfehlungen, dass dafür bestimmt bezahlt wurde oder sonst was dabei rausspringt. Das ist hier (leider, hehe) natürlich nicht der Fall (sonst wäre es als „Werbung für XY“ gekennzeichnet – laut UWG muss ich den Blogpost dennoch als „Werbung“ kennzeichnen, auch wenn ich dafür nicht gewinnbeabsichtigt werben will, daher der Suffix „unbeauftragt“).

Ich bin einfach so happy mit und überzeugt von diesem Buch, dass ich es jedem weiterempfehlen möchte, der darüber nachdenkt, richtig mit dem Brotbacken anzufangen oder das Gefühl hat, alle Brotrezepte da draußen seien für die Tonne. Die Rezepte in diesem Buch funktionieren (solange man sich an die Brotbackschule am Anfang dieses Buchs hält) und sind mit etwas Übung anpass- und abwandelbar, sodass wenig Grenzen gesetzt sind.
Ich liebe es, zum Beispiel ein 100%iges Bioroggenvollkornbrot zu essen, von dem ich nicht würgen möchte und von dem ich genau weiß, was drin ist und woher es kommt. 

Einen Einblick in Lutz Geissler’s Arbeit und seine „Plötz-Methode“ findet ihr auch auf seinem Blog: https://www.ploetzblog.de

  1. Die Nele Schwester ;-) says:

    Das beste Brotback-Buch aller Zeiten! Meine Familie will nichts anderes mehr! Im Schnitt geht mit 6 Leuten 1 kg Brot pro Tag bei uns weg.

  2. Pingback:Gefüllte Wurzelbrote nach dem Plötz-Prinzip – Leckersnuten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.