Silhouetten String Art: DIY Wanddeko mit Nagel und Faden

Meistens fange ich schon mitten im Herbst an, mich auf Weihnachten zu freuen. Die Discounter legen Lebkuchen und Stollen aus und ich kann’s (trotz Herbstliebe) kaum abwarten endlich Plätzchen zu backen, Weihnachtsfilme zu gucken, Schlittschuhlaufen zu gehen und die ganze Wohnung mit kleinen Lichtern zu dekorieren. Letztes Jahr hab ich schon Anfang November begonnen, meine Weihnachtsplaylist rauf und runter zu hören, weil ich es nicht mehr abwarten konnte und weil ich allgemein finde, dass der Advent viel zu kurz ist. Da ist es gar nicht so leicht in diese schöne, feierliche Stimmung zu kommen.

Und trotzdem kommt Weihnachten dann meistens irgendwie doch viel zu schnell und man hatte mal so viele Ideen für DIY Deko und Geschenke, die dann doch nicht realisiert werden konnten. Keine Zeit, keine Lust, Netflix – wie das Leben halt so spielt.
Damit das dieses Jahr nicht passiert, kommt jetzt schon eine kleine Idee für ein tolles DIY: String Art.

Die sogenannte „Fadenkunst“ haben wir vor einigen Wochen das erste Mal mit unseren jugendlichen Mädels in der Gemeinde ausprobiert und ich hab mich direkt in diese Mischung aus Kreativität und Handwerk verliebt. Ideentechnisch sind natürlich keine Grenzen gesetzt; Holz-, Nagel- und Fadenfarben und -größen sind komplett euch überlassen. Motive gibt es wie Sand am Meer – vorgefertigte Drucke von zum Beispiel Federn, Bäumen oder Blumen sind sehr beliebt. Ihr könnt euch euer Motiv auch selbst zusammenstellen oder natürlich zeichnen.

Ich hab mich bei diesem DIY für Profil-Silhouetten von Julian und mir entschieden. Pro Kind soll zukünftig je eins dazukommen, sodass sich über die Jahre eine ganze String Art Familiengallerie entwickelt. Ich fand Profil-Silhouetten-Zeichnungen schon immer wunderschön und das hier ist das handwerkliche Pendant.
Solche String Art Silhouetten sind aber natürlich nicht nur für die eigenen Wände herstellbar sondern dienen auch wunderbar als schöne, selbstgemachte Weihnachtsgeschenke für eure Liebsten!

DIY Silhouetten String Art

Das braucht ihr:
  • Vollholzbrett

    (Größe nach Wahl // Foto: 40 cm x 30,5 cm) (möglichst astlochfrei, im Baumarkt zurecht schneiden lassen)

  • Holzlack / -lasierung / -öl & passender Pinsel, optional

    (Farbe nach Wahl // Foto: Innenlasur in Palisander)

  • Nägel

    (Farbe & Größe nach Wahl // Foto: 1,2 x 20 mm Rundkopfnägel, vermessingt)

  • Faden

    (Farbe & Dicke nach Wahl // Foto: vierfach Stickgarn in hellrosa und hellbeige)

  • Aufhängung, optional

    (nach Wahl // Foto: Stahl-Klappösen, vermessingt)

  • Hammer
Für die Schablone:
  • Portraitfoto eurer Person im Profil

    (oder Motiv nach Wahl)

  • Papier

    (weiß, möglichst dünn)

  • Stift

    (z.B. Bleistift)

  • kleine, spitze schere

    (oder einen anderen dünnen, spitzen Gegenstand)

Schritt 1: Lackieren / Lasieren / Ölen des Holzes

Wenn ihr euer Holz veredeln wollt, muss das zuerst geschehen, denn das braucht Zeit.
Legt an einem trockenen, sehr gut belüfteten Ort (am Besten draußen) Zeitungspapier oder eine andere Unterlage aus, platziert euer Holzbrett darauf und lackiert / lasiert / ölt es zu eurer Zufriedenheit. Lasst das Ganze dann vollständig trocknen, am Besten volle 12-24 Stunden (wie lange die Farbe braucht steht aber auch immer auf der Lack- / Lasurdose drauf).
Manche Farben brauchen zwei oder mehr Schichten – diese erst nach vollständiger Trocknung der ersten Schicht auftragen und wieder durchtrocknen lassen.

Schritt 2: Silhouettenschablone anfertigen

Ich habe eine Zeichenapp mit mehreren Ebenen auf meinem Tablet genutzt, um den Umriss des Portraits nachzuzeichnen und die Zeichnung dann möglichst groß auf DIN A4 ausgedruckt – das hat bei meiner Brettgröße gereicht.
Ihr könnt aber auch das Foto in eurer gewünschten Größe ausdrucken und die Kopfkonturen dann durch Papier abpausen (wenn das Foto vor einem hellen Hintergrund gemacht wurde, ist das um einiges leichter). Oder aber ihr benutzt einfach das Foto selbst als Schablone, um die Nägel zu setzen – das ist aber ein bisschen schwieriger, weil die Übergänge laufender sind als bei einer abgepausten Linie. Das Motiv wird NICHT ausgeschnitten.
Ist der Umriss abgepaust, könnt ihr zum Beispiel noch ein Motiv (wie bei mir z.B. einen Anfangsbuchstaben) einzeichnen, den ihr entweder mit oder ohne Faden lasst, je nachdem wie ihr euer DIY gestaltet.
Mit dem Stift zeichnet ihr auf der Linie nun kleine Punkte in regelmäßigen Abständen ein – dort werden später die Nägel eingehämmert. Mit der kleinen, spitzen Schere (o.ä.) stecht ihr jetzt dort, wo die Punkte sind, kleine Löcher vor – das verhindert, dass ihr Papier in das Holz hämmert und die Schablone später beim Abtrennen kleine Fetzen an den Nägeln hinterlässt.

Schritt 3: Schablone fixieren und loshämmern

Fixiert die Schablone (bei mir das DIN A4 Blatt) so, wie ihr das Motiv gern platziert hättet, auf dem völlig trockenen Holzbrett (ganz leicht fixieren, z.B. mit leicht lösbarem Washitape). Jetzt geht es an’s Hämmern: Dort, wo ihr die kleinen Löcher vorgestochen habt, hämmert ihr nun eure Nägel ein (Vorsicht bei Astlöchern, die nehmen Nägel nur sehr schwer auf), bis sie nur noch ca. 0,5 – 1 cm herausschauen.
Fangt am besten in der Mitte und bei schwierigen Stellen an und arbeitet euch nach außen.
Optional: Bei meinen DIYs habe ich mich entschieden, die Silhouette quasi „im Negativ“, also frei zu lassen, unter anderem um den Anfangsbuchstaben mit Faden füllen zu können. Dafür habe ich mit Abstand zum Rand einen Rahmen genagelt, um Nägel zur Verbindung zu haben, damit der Hintergrund mit Faden gefüllt werden konnte. Findet ihr den Rahmen doof könnt ihr ihn weglassen und das Porträt mit Faden füllen, dafür dann den Buchstaben in der Mitte frei lassen oder in einer anderen Farbe gestalten. 

Schritt 4: Fäden ziehen

Setzt euch bequem hin, macht euch Musik oder ne Serie an und los geht’s.
Bindet das erste Ende des Fadens mit mindestens doppeltem Knoten an einen Nagel und zieht von da aus die Fäden von Nagel zu Nagel, den Faden immer einmal um den jeweiligen Nagel wickelnd. Der flache Nagelkopf verhindert, dass der Faden nach oben abrutscht.
Füllt so kreuz und quer euer Hauptmotiv oder den Hintergrund plus Minimotiv mit Faden, bis ihr die gewünschte Dichte erreicht. Ist der Faden mal leer, knotet ihr einfach das Ende des alten mit dem des neuen Fadens gut zusammen, schneidet den Überschuss ab, versucht den Teil mit dem Knoten um einen Nagel zu wickeln um ihn zu verstecken und weiter geht’s.
Seid ihr fertig, knotet ihr den Faden am letzten Nagel richtig gut fest. Jetzt nur noch die Klappösen oder Aufhängung eurer Wahl anschrauben / annageln und tadaaaa – ihr seid fertig!

Wenn ihr DIYs und Handwerkeln mögt, werdet ihr String Art lieben. Es gibt unendlich viele tolle Ideen zu Motiven oder kleinen Extras, wie z.B. Seidenblumen. Es ist quasi wie malen mit Hammer, Nagel und Faden. Ich bin mir sicher, dass so ein individuelles Geschenk in das ihr so viel Zeit und Liebe investiert habt, jeden umhaut.

 

Habt ihr schon alle Weihnachtsgeschenke gecrafted / eingekauft oder seid ihr mehr so der Last Minute Crafter / Käufer?

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